Vermittlungspreis der Stadt Hamm anlässlich der Ausstellung “Hier und Jetzt”
Anlässlich der Ausstellung “Hier und Jetzt” wird zum ersten Mal ein Vermittlungspreis ausglobt. Freischaffende Kunstvermittler und Kunstvermittlerinnen haben ab dem 1. Juli 2024 Gelegenheit, sich unter dem Motto “Lokale Kunst - Großes Publikum” auf den mit 2000 € dotierten Vermittlungspreis zu bewerben. Dank der Unterstützung des Museumsvereins kann dieser Preis zum ersten Mal verliehen werden. Wir sind gespannt auf gute Ideen!
6. Ausstellung der Reihe “Hier und Jetzt”
Ständige Ägyptologenkonferenz in Hamm
Die Ständige Ägyptologenkonferenz mit 200 Teilnehmern aus dem deutschsprachigen Raum und dem umliegenden Ausland hat vom 28.06.24 bis zum 30.06.24 in Hamm stattgefunden. Wir möchten uns noch einmal bei all unseren Mitgliedern bedanken, die an diesen drei Tagen mitgeholfen haben, die Ständige Ägyptologenkonferenz zu einem Erfolg zu machen. Hilfe in den Kaffeeküchen und bei der Registrierung durch Mitglieder des Museumsvereins war hoch willkommen. Daneben gab es für unsere Mitglieder die Möglichkeit, die wissenschaftlichen Vorträge zu hören und internationale Kongressluft zu schnuppern. Auch das wurde reichlich genutzt.
Eröffnung der Ständigen Ägyptologenkonferenz durch Jalina Tschernig, Foto Thorsten Kowalski
Nachruf
Wir nehmen Abschied | Dr. Ellen Schwinzer (1947 Bamberg-2024 Hamm)
Mit großer Betroffenheit nimmt das Gustav-Lübcke-Museum Abschied von Dr. Ellen Schwinzer (1947-
2024). Als engagierte und langjährige Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm hat sie das
Museum sowie die kulturelle Landschaft der Stadt Hamm nachhaltig geprägt.
Nach dem Studium der Klassischen Archäologie sowie Kunstgeschichte und Alten Geschichte,
promovierte Ellen Schwinzer 1978 im Fach Archäologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
und arbeitete von 1976 bis 1978 als Volontärin im Badischen Landesmuseum Karlsruhe sowie als
wissenschaftliche Hilfskraft bei der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen
Archäologischen Instituts. Ab 1978 war sie als museumspädagogische Mitarbeiterin im Museum
Schloss Rheydt in Mönchengladbach tätig. 1987 wurde sie zur Kustodin ernannt und trat 1988 ihren
Dienst in Hamm an, wo sie 1989 zur Oberkustodin befördert wurde. Ende der 1980er Jahre übernahm
sie als erste Frau die Leitung des Gustav-Lübcke-Museums. Ihr fundiertes Wissen und ihre Leidenschaft
für Kulturgeschichte machten sie schnell zu einer zentralen Figur im Haus: Mit Hingabe und Weitblick
füllte sie die Funktion als Direktorin bis zu ihrem Ruhestand im Jahr 2012 aus.
Unter ihrer Leitung erlebte das Museum eine beeindruckende bauliche Erweiterung und
Modernisierung, die das Gustav-Lübcke-Museum als einen Kulturort über die Stadtgrenzen hinaus
relevant machte. In dem 1993 abgeschlossenen Neubau des Museums an der Neuen Bahnhofstraße
setzte sie sich maßgeblich für die Neugestaltung und Erweiterung der Dauerausstellung ein. Es begann
der gezielte Ausbau der Sammlung Kunst nach 1945, u.a. aus dem Kreis der Künstlergruppe „junger
westen“ und der Malerei der Nachkriegszeit (Deutsches Informel). Hinzu kam ein weiterer
Schwerpunkt im Bereich der Malerei der 1980er und 1990er Jahre. Mit Hilfe des aufgeschlossenen
Museumsvereins konnten wichtige Werke und zeitgenössische Kunst für die Sammlung Kunst nach
1945 erworben werden, wie das Triptychon „Sebastianlegende“ von Gerhard Hoehme, das Gemälde
„Straße Camus I“ von Hans Kaiser oder „Spannungen“ von Fritz Winter. Hinzu kommt der Kastensarg
der Sat-Sobek, den der Museumsverein dem Gustav-Lübcke-Museum zur Neueröffnung 1993 schenkte
– und der bis heute ein zentrales Objekt der Ägyptischen Sammlung des Museums ist.
Auch gelang es Ellen Schwinzer mit der Gestaltung eines abwechslungsreichen Ausstellungsprogramms
das Museum als Reiseziel für die gesamte Region fest zu verankern. Ausstellungen wie „Paul Klee –
Reise in den Süden“ (1997), „Gärten und Höfe der Rubenszeit im Spiegel der Malerfamilie Brueghel
und der Künstler um Peter Paul Rubens“ (2001) oder "Das Bauhaus und die Esoterik" (2005) sind
Besuchenden noch heute im Gedächtnis.
Ellen Schwinzers Wirken zeichnete sich nicht nur durch ihre Fachkompetenz aus, sondern auch durch
ihr starkes Engagement in der Kunstvermittlung. Sie setzte sich mit Leidenschaft für die
Museumspädagogik ein und realisierte zahlreiche Projekte der kulturellen Bildung, die insbesondere
Kinder und Jugendliche ansprachen. Auch die Einbeziehung der Stadtgesellschaft zählte zu den
zentralen Anliegen der ehemaligen Direktorin: Die von ihr initiierte Gründung der Artothek im Gustav-
Lübcke-Museum fördert bis heute einen lebendigen Austausch zwischen Museum, regionalen
Künstler:innen und Publikum.Mit ihrem Einsatz für die Erhaltung und Dokumentation der kulturellen Identität der Stadt hinterlässt
Ellen Schwinzer ein bleibendes Erbe. Sie war eine geachtete Expertin, zudem eine geschätzte Kollegin
und Vorgesetzte. Ihre Vision, das Museum als Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen
Vergangenheit und Gegenwart zu etablieren, wird auch über ihren Tod hinaus weiterleben. Ellen
Schwinzers Verdienste für die Kulturstadt Hamm werden stets in Erinnerung bleiben. Tiefes Mitgefühl
gilt ihrer Familie, ihren Freunden und allen, die sie in ihrer beruflichen und privaten Laufbahn begleiten durften.